
Wir
Männer geraten oft um die 40 oder später in eine Krise. Das Leben hat
uns an einen Punkt gebracht, an den wir im Grunde gar nie kommen
wollten: eingebunden in Familie und Kindererziehung, Stress im Job,
Verlust der Freunde, der Freiheit und der Vision.
Manchmal kommt
dann eine jüngere Frau ins Spiel, und plötzlich bricht alles aus uns
heraus: Die junge Geliebte bringt das Feuer zurück, das Fieber, den
Sex, das Abenteuer.
Zuhause bleibt die Frau mit den Kindern. Verlassen, verloren, geschockt.
Charles
Meyer erzählt in diesem Buch Männergeschichten, Doris Carmen Meyer -
seine Frau - erzählt Frauengeschichten. Und beide versuchen
sie
zu ergründen, was in diesen dramatischen Fällen geschieht, bei der
Frau, beim Mann, bei der jungen Geliebten, bei den Kindern.
Ein
Buch aus dem prallen Leben, ungeschminkt, hilfreich, versöhnend. Denn
jede Krise hat zwei Seiten: auf der einen Seite die Gefahr, auf der
anderen die Chance.
Textprobe

Das
Mannsein hat seit der Emanzipation der Frauen einen seltsamen Wandel
durchgemacht. Wir Männer können nicht mehr Machos sein, der Softy taugt
auch nichts, was also ist ein moderner Mann? Unsere Väter sind kaum
Vorbilder, sie waren ohnehin nicht vorhanden. Woher also soll die neue
Orientierung kommen?
Der Untertitel dieses Buches heisst
"Lebensbilder für Männer". Es beschreibt den Wandel des Mannes vom
kleinen Jungen bis hin zum alten Mann, die Krisen der Übergänge, die
Suche nach der eigenen Identität - auch der sexuellen.
In klaren
Worten spricht es unseren Umgang mit der Frau an, in der Beziehung, im
Büro und im Bett. Und es beleuchtet die ewigen Missverständnisse
zwischen Mann und Frau in der Sexualität. "Etwas vom Besten, was ich an
Männerliteratur je gelesen habe", sagt der Zürcher Psychoanalytiker Dr.
Peter Schellenbaum.
Der Coach Charles Meyer und der
Männertherapeuth Peter Schröter erzählen darin Geschichten von Männern,
die etwas aus sich machen wollen, so auch von Parzival, dem
mittelalterlichen Held, der es vom Muttersohn zum Vaterretter geschafft
hat.
Rezension
Psychologie Heute Rezension
Tagesanzeiger